Dich schickt der Himmel!

… sagen wir gerne zu einem Menschen, der hilft und Segen bringt.


Liebe Pfarrgemeinde!
Unter dem Leitwort „Dich schickt der Himmel“ lädt in diesen Tagen die Katholische Kirche in Vorarlberg ein, Segen zu empfangen und Segen weiter zu schenken.
Ab morgen, dem Fest der Darstellung des Herrn, das viele von uns besser kennen als „Mariä Lichtmess“, beginnt ein Reigen von Möglichkeiten, Segen zu empfangen und für andere ein Segen zu sein.

Segen

Der Segen ist das genaue Gegenteil von Beeinflussung und Manipulation. Der Agitator und Macher, der vor einer Menge steht, will etwas in seinem Sinne erreichen. Er will, dass die Menschen auf ihn aufmerksam werden, seinen Worten glauben, seinen Vorschlägen folgen. – Anders der, der segnet: Wer das tut, wer segnet, weiß, dass jemand anderer da ist, von dem der Segen kommt. Der Segnende steht da als Mittler. Er hat nicht vor, die Menschen an sich zu ziehen, sondern er will sie zu Gott führen. Der Segen, den er weitergibt, will darum die Menschen auch zu sich selbst kommen lassen. Und indem sie zur Mitte finden, erkennen sie, dass in ihrem Leben Gott wirkt, der sie ruft und führt.

Kerzen – Zeichen, die für sich sprechen

Am Fest der Darstellung des Herrn, 40 Tage nach dem Weihnachtsfest, werden Kerzen gesegnet in Erinnerung daran, dass in Jesus Christus das wahre Licht in die Welt gekommen ist, das jeden Menschen erleuchtet.
Kerzen sind Zeichen, die für sich sprechen. Ihr einfaches, kleines Licht verströmt Ruhe, eine Gelassenheit, die wohltuend wirkt. Kerzen stehen darum auch für Ausgleich und Frieden. Wenn Menschen friedlich für eine gute Sache demonstrieren wollen, gehen sie mit brennenden Kerzen auf die Straße. Die Kerze zeigt, dass es neben der Dimension des Banalen, des Bösen, des Feindlichen, noch eine andere Dimension gibt, die das Irdische und Dunkle, das Bedrohliche und Gewalttätige durchbricht und endgültig besiegt. Stärke und Gewalt wird hier nicht durch noch größere Stärke und noch heftigere Gewalt überwunden, sondern durch Ohnmacht, Stille und ein kleines Licht. – Das ist eine Botschaft, die auch heute noch, wie es scheint, verstanden wird.

Segen empfangen für Leib und Seele
Segen weiterschenken für Leib und Seele

In den nächsten Tagen folgen weitere Segen: der Blasiussegen, die Brotseg-nung am Gedenktag der hl. Agatha und die Segnung von Tüchlein und Wäschestücken durch das Wundertätige Silberne Kreuz anlässlich des Gedenktages Unserer Lieben Frau von Lourdes. Diese Segensmöglichkeiten zeigen auf, dass wir Menschen aus Fleisch und Blut sind.
Wir sehnen uns nach der persönlichen Zusage, ganzheitlich geliebt zu sein, nicht nur stückchenweise für dieses oder jenes, das an uns liebenswert ist. Selbst wenn wir Wesenszüge an uns haben, die das Zusammenleben erschweren und manchmal sogar verunmöglichen, sind wir dennoch geliebte Menschen mit Leib und Seele, die einen tröstenden, heilenden, stärkenden Zuspruch brauchen und die selbst trösten, heilen und stärken können.
Segen empfangen und Segen weiterschenken ist nicht schwer. Auf der Website der Katholischen Kirche in Vorarlberg lesen wir dazu:

Segen empfangen
• Zündet in einer Kirche, einer Kapelle oder zu Hause eine Kerze an und bittet um Gottes Segen.
• Schenkt euch selbst Zeit und den Segen bei einer Segensveranstaltung oder einem Gottesdienstbesuch.
• Bittet darum, gesegnet zu werden: von einem Menschen, der euch wichtig ist oder von einem Priester, einem Diakon, einem Seelsorger, einer Seelsorgerin.

Segen weiterschenken
• Zündet für jemand eine Kerze an und betet für ihn, für sie.
• Tut eurer und eurem Nächsten etwas Gutes: ein Besuch, eine Hilfestellung im Alltag, ein gutes Wort, ein Anruf.
• Segnet einen Menschen, der euch wichtig ist.

Segen empfangen und Segen weiterschenken sind nicht nur Bräuche und Überlieferungen aus vergangen geglaubten Zeiten. Sie sind Zusagen Gottes an jeden einzelnen von uns, ganzheitlich geliebt und angenommen zu sein, auch dann, wenn viele „Nein“ zu einem sagen und an einem herumnörgeln. Die Segnungen sind nicht religiöse Folklore, sondern selbstsprechende und leicht verständliche Zeichen dafür, dass das Bedrohliche und Feindselige mit ihrer Macht nicht das letzte Wort haben. Dieses gehört dem Licht, das in diese Dunkelheit hineinscheint und sie erleuchtet, und dem Wort, das Sack-gassen durchbricht und Spaltungen überwindet, weil es Liebe in sich trägt, weil es stärkt, weil es ermutigt, weil es Nahrung ist auf unserem Lebensweg.

Segensgottesdienste in Rankweil

In der Pfarre Rankweil gibt es zahlreiche Gelegenheiten, diesen göttlichen, ermutigenden, stärkenden und tröstenden Zuspruch zu erfahren. Wir freuen uns auf euch!

Mittwoch, 2. Februar 2022 – Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess)
7.30 Uhr: Basilika Rankweil – Messfeier mit Kerzensegnung
9.00 Uhr: St.-Peters-Kirche – Messfeier mit Kerzensegnung und Blasiussegen
19.00 Uhr: St.-Josefs-Kirche – Messfeier mit Kerzensegnung und Blasiussegen

Donnerstag, 3. Februar 2022 – Gedenktag des hl. Blasius
7.30 Uhr: Basilika Rankweil – Messfeier mit Blasiussegen

Samstag, 5. Februar 2022 – Gedenktag der hl. Agatha
7.30 Uhr: Basilika Rankweil – Messfeier mit Segnung von Brot
19.00 Uhr: St.-Josefs-Kirche – Messfeier mit Segnung von Brot

Sonntag, 6. Februar 2022
8.00 Uhr: St.-Peters-Kirche – Messfeier mit Segnung von Brot

Freitag, 11. Februar 2022 – Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes (Welttag der Kranken)
7.30 Uhr: Basilika Rankweil – Messfeier mit Segnung von Tüchlein und Wäschestücken durch das Wundertätige Silberne Kreuz

Die historischen, volksreligiösen und theologischen Hintergründe zu diesen verschiedenen Segen findet ihr auf den untenstehenden und zahlreichen anderen Seiten im Internet. Nähere Informationen (Videoclip und Websites bitte hier anklicken)

Websites: Mein Segen - Katholische Kirche Vorarlberg, Pfarre Rankweil und Basilika Rankweil

Im Sinne dieser diözesanen Initiative und Segenstage wünsche ich euch allen Segen in Fülle, ja Überfülle!

Mit besten Grüßen
Pfr. Walter Juen

Rankweil, 1. Februar 2022