Advent in der Nachbarschaft

 

Im Rahmen des Kooperationsprojektes LE.NA – Lebendige Nachbarschaft erschienen in diesem Sommer 21 Geschichten, die in einem Heft gebunden, die Lebenswege von unterschiedlichen Frauen und Männern, die in Rankweil wohnen, zusammenführen. In diesen Tagen war ein Erzählabend im Mesnerstüble geplant, bei dem die Proponenten des Heftes mit den Besuchern des Abends über ihr Leben in Rankweil ins Gespräch kommen sollten. Leider konnte die Veranstaltung wegen der Coronamaßnahmen nicht durchgeführt werden. Die gesamte Aktion begleiten Metallfiguren, welche die Umrisse der Personen darstellen. Diese Metallfiguren begleiten uns in der Pfarre Rankweil durch die diesjährige Advent- und Weihnachtszeit.

In seinem Vorwort schreibt Dr. Walter Schmolly: „Die „Rankler G´schichten“ rufen mir eine Geschichte in Erinnerung, die David Steindl-Rast einmal erzählt hat. Sein Freund Henry unternimmt im Sommer gerne große Reisen und kommt immer mit sehr vielen schönen Bildern zurück. Daheim liebt er es dann, seine Bilder abendfüllend herzuzeigen. Bruder David meint, für Henry werde der Himmel wohl darin bestehen, dass Gott zu ihm sagt: „Henry, zeig mir deine Bilder!“ und er dabei spürt, dass das Interesse und die Freude Gottes an dem, was er gelebt und erfahren hat, ungeteilt sind. In einem Raum des Wohlwollens und des Interesses ein Stück Lebensgeschichte miteinander zu teilen – das hat etwas Himmlisches.“

Unsere Frau Bürgermeisterin Mag. Katharina Wöß-Krall schreibt in ihrem Vorwort: „In Rankweil wohnen derzeit rund 12.000 Menschen aus rund 80 Ländern. Jede und jeder davon mit einer eigenen Lebensgeschichte, mit Herausforderungen und Stolpersteinen, aber auch einer Menge an Lebenserfahrung und Lebensfreude. Um einige dieser Menschen sichtbar zu machen, miteinander zu verbinden und in die Mitte zu holen, haben wir unter dem Dach von LE.NA – lebendige Nachbarschaft – die Rankler G´schichten ins Leben gerufen.

An Weihnachten feiern wir, dass Gott in seinem Sohn Jesus auf die Welt gekommen ist und somit in unsere Nachbarschaft eingezogen ist. Wir müssen also nicht in die Ferne reisen, um ihn zu suchen, er lässt sich hinter der Tür nebenan finden. Ich möchte Sie einladen, in der Advents- und Weihnachtszeit zu versuchen lebendige Nachbarschaft zu leben. Wenn wir den Menschen, die vielleicht mehr oder weniger zufällig in unserer Nähe wohnen mit Respekt und Empathie begegnen kann daraus Verbundenheit wachsen, die zu guter Nachbarschaft führt. Gerade die Zeit, die wir durchleben ist geprägt von Verhärtung und Abgrenzung. Alles was dem entgegenwirkt und Wärme und Nähe bringt ist in diesen Tagen ein großes Geschenk. Seien wir in dieser Hinsicht großzügig, ja sogar verschwenderisch! Ich wünsche Ihnen dazu viel Kreativität und Ideenreichtum.

Martin Salzmann