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Geschichte

Rankweil und seine Basilika

Für den 50 Meter hoch aufragenden Liebfrauenberg sind die ersten Spuren einer Besiedelung etwa 1800 Jahre v.Chr. nachgewiesen. Rankweil hat als Wallfahrtsort eine besondere Ausstrahlung. Zunächst stand die Verehrung des Hl. Kreuzes im Mittelpunkt.im 14. Jh. wandelte es sich mehr zu einem Marienwallfahrtsort. Zwölf Pfarrkirchen der Umgebung nennen diese Kirche ihre Mutterkirche.

 

Das Äußere der Kirche

Die Wehrkirche
Am 31. Jänner 1445 zogen 4000 Krieger aus der Schweiz über den Rhein, plünderten und verbrannten Altenstadt und Rankweil, so auch die Kirche auf dem Liebfrauenberg. Mit dem runden Festungsturm und dem Wehrgang und Torturm wurde die neue Kirche zu einer Wehrkirche.

Der Torturm und der Innenhof
Über dem Torbogen ist das Wappen von Papst Johannes Paul II angebracht, der die Kirche zur Basilika erhoben hat. Der kleine Innenhof diente als Zufluchtsort für die Bevölkerung. Die Gräber lagen damals außerhalb der Festungsanlage. Das kleine Fenster über dem Tor gehört zur ehemaligen Nachtwächterstube, die bis 1970 besetzt war. 

Die Fridolinszelle und der Wehrgang
Die Fridolinszelle beherbergt den Stein, auf dem nach der Überlieferung der Heilige nach seinem ersten Auftritt vor dem Gaugericht in Rankweil im 6. Jhd. gekniet und gebetet haben soll. Seine Arm- und Knieabdrücke sollen darauf erhalten sein. Sie wurde 2012 neu gestaltet. 

Die Eingangshalle
In die Eingangshalle überliefern zwei große alte Holztafelbilder mit langen Inschriften in altertümlicher Sprache die Heiligenlegenden vom hl. Fridolin und vom hl. Eusebius. Im Scheitel der beiden Stiegen befindet sich die Ölberggrotte vom Rankweiler Müller Johann Bachmann gestiftet und 1729 von einem unbekannten Meister in Feldkirch geschnitzt.

 

Das Innere der Kirche

Renovierungen und Umbauten
Beinahe alle Stilepochen haben Spuren in der Architektur der Kirche hinterlassen und zum markanten Erscheinungsbild von heute geführt. Bei der Restaurierung von 1980 bis 1986 wurden nach Möglichkeit noch auffindbare alte Stücke verwendet.

 

Das Hauptschiff

Der Altarraum als Hl. Kreuzkapelle
Im Zentrum steht das „Silberne“ oder „Wundertätige“ Kreuz, ursprünglich Zentrum der Wallfahrt. Es ist ein romanischer Holzkern, von einem unbekannten Künstler im 12. Jh. in Pisa/Italien geschaffen und 1233 hierher gebracht. Im Innern des Holzkreuzes befindet sich ein Kreuzpartikel des angeblich wahren Kreuzes Christi.

Im 18. Jh. bekam das Kreuz eine Silberhülle, auf dem die Reliefs des Holzkreuzes barock gestaltet in Silber getrieben zu sehen sind.

Unter dem Kreuz befindet sich in einer Nische das Vesperbild „Die Sieben Schmerzen Mariens“, um 1600. Flankiert wird das Kreuz von den barocken Figuren des Priesters Zacharias (rechts) und des Königs David (links).

Die Bronzearbeiten von Ulrich Henn
Der Künstler aus Leudersdorf/Eifel gestaltete neu: Tabernakel, Ambo, Altar und Engelkranz (1984-1986). Der Tabernakel stellt den Brennenden Dornbusch dar (Ex 3,14). Am Ambo erinnert das hintere Bild an die Rettung des Volkes Gottes aus dem Schilfmeeres (Ex 13,17-14,31), das vordere (Weihnachts-)Bild. Vier Bilder am Altar zeigen: Jesus segnet die Kinder (Mk 10,16), Jesus begegnet dem Thomas (Joh 20,29), von Jesus geht eine Kraft aus, die heilt (Lk 8,46) und Jesus verhilft den Jüngern zu einem reichen Fischfang (Joh 21,6). Das Kreuz mit seiner glänzenden Silberhülle vergegenwärtigt den gekreuzigten und auferstandenen Herrn in Herrlichkeit - verstärkt durch den Engelkranz. 

Die Orgel
Die Orgel wurde 1985 von Martin Pflüger aus Feldkirch/Gisingen gebaut. Die Stuckatur an den Decken stammt aus dem Jahre 1678.

Das Seitenschiff und die Gnadenkapelle
Das Seitenschiff wurde als Erweiterungsbau 1657 von dem bekannten Bregenzerwälder Barockbaumeister Michael Beer an die Nordseite angefügt. Als Vorbild diente das hl. Haus in Loreto bei Ancona/Italien. Im Mittelpunkt des Altares steht das Gnadenbild Unserer Lieben Frau. Es ist ein Frühwerk des spätgotischen Bildhauers Hans Rueland aus dem Allgäu, um ca.1460 geschaffen. Dieses Bild wurde neben dem Silbernen Kreuz zum Hauptwallfahrtsgegenstand.

Der Rokokoaltar, 1757 vom Rankweiler Bildhauer Josef Spalt geschaffen, zeigt in der linken Nische Maria als Kind mit ihren Eltern Joachim und Anna, in der rechten die Vermählung Mariens mit Josef. Die Wände der Gnadenkapelle sind mit Mosaiken geschmückt. 

An der Wand neben der Gnadenkapelle hängt das sogenannte „Kümmerniskreuz“ (12.Jh.)

Links neben dem Taufstein sind an der Wand verschiedene Votivtafeln von Pilgern aus dem 17. bis 19. Jh. angebracht. Das große Glasfenster aus dem Jahr 1890 zeigt Maria als Mittlerin aller Gnaden.

Seit Jahrhunderten kommen ungezählte Menschen hierher, bringen ihre Sorgen und Hoffnungen, vertrauen und beten, oder erfreuen sich einfach am herrlichen Ausblick in die weite Landschaft, den ihnen dieser Ort ermöglicht. Viele gehen mit Freude, mit neuem Mut und Trost wieder heim. Das wünschen wir auch Ihnen.

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