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50 Jahre St. Josef-Kirche

50 Esel für Äthiopien

Detaillierte Hintergrundinformationen zur Esel-Aktion

Die Armut stellt für Menschen in den ländlichen Gemeinden von Dugda eine große Herausforderung dar. Die Mehrheit der Frauen, besonders in den ländlichen Gebieten der Oromia Region, müht sich ab, ihre wirtschaftliche und soziale Abhängigkeit von Männern, ihren Mangel an formeller und informeller Bildung (Geschäftskompetenzen, technische oder akademische Kompetenzen) zu überwinden. Traditionen, welche Frauen den Weg zur Bildung versperren, halten sie im Würgegriff. Klarerweise sind Witwen und junge Frauen besonders benachteiligt. Auch die hohe Arbeitsbelastung erschwert den Frauen generell ihren Alltag: sie holen Wasser, sammeln Brennholz, bringen Getreide zur Mühle und verrichten die Hausarbeiten. All diese Tätigkeiten sind im Verantwortungsbereich der Frauen und Mädchen angesiedelt.

Im Allgemeinen haben äthiopische Mädchen in den meisten Familien des Landes einen niedrigeren Status als ihre Brüder und männlichen Verwandten. Sobald wie möglich kümmern sich Mädchen um ihre jüngeren Geschwister, helfen bei der Zubereitung des Essens und verbringen lange Stunden beim Wasserholen und Sammeln vom Brennholz. Ein Mädchen wird dazu erzogen, gefügig zu sein, da eine unfolgsame Tochter eine Schande für ihre Familie ist. Sie muss sich unterordnen, und dieser niedrige Status kennzeichnet fast alle Aspekte ihres Lebens.

Wenn man die schwere Arbeitslast betrachtet, welche Mädchen schon in frühen Jahren tragen, oder die frühen Eheschließungen, die untergeordnete Rolle, die ein Mädchen bezüglich Ehemann und Schwiegermutter einnimmt, dann ist es klar, dass es nur geringe Möglichkeiten für Frauen und Mädchen gibt, selbstständig zu agieren oder selbst Entscheidungen zu treffen. Um Nahrungsmittelsicherheit in dem Gebiet von Dugda zu erreichen, müssen Frauen befähigt werden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und die eigenen Ressourcen selbst zu verwalten. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass sie dort, wo Frauen einen verbesserten Zugang zu Finanzressourcen und Weiterbildung erhalten haben, ihre Kompetenzen bei der Verwaltung des eigenen Geschäfts klar bewiesen haben: Ihr Einkommen hat sich verbessert und sie haben ihre Darlehen rechtzeitig zurückbezahlt. Es ist also nötig, die Arbeitslast von Frauen zu reduzieren, damit sie mehr Zeit für weitere einkommensschaffende Tätigkeiten haben. Sie müssen Zugang zu Kleinkrediten und zu praktikablen landwirtschaftlichen Techniken haben und Schulungen erhalten, um so ihre Einkommenschancen zu verbessern. 

Zielsetzungen und erwartete Resultate

Schwerpunkziel: Das Projekt soll die Lebensbedingungen von 700 armen, bedürftigen Frauen in 4 ländlichen Kebeles und 3 Stadtteilen von Meki-Stadt verbessern.

Spezifische Ziele

1) Die Arbeitslast von 440 armen Frauen zu verringern, indem sie Esel und Eselkarren als Naturalien-Darlehen erhalten. Am Ende der 3-jährigen Projektzeit dienen diese dann weiter als Transportmittel.

2) Das Haushaltseinkommen von 700 armen Frauen und jungen Mädchen zu verbessern: Sie erhalten Esel, Karren und Schulungen in der Tierhaltung. Dort lernen sie auch das Lesen und Schreiben. Eine Gruppe von jungen Männern wird in der Herstellung der Eselkarren ausgebildet, diese Karren werden dann über das Projekt angekauft. 

3) Alle Haushalte bewirtschaften ihr privates Land nachhaltiger und helfen dabei, Gemeinschaftsböden besser vor Erosion zu schützen.

Maßnahmen:

Um die beabsichtigten Ziele zu erreichen, werden im Projekt folgende Aktivitäten in enger Zusammenarbeit mit den Begünstigten durchgeführt:

1. Auswahl der Begünstigten und Start-Workshop, um Ziele und Aktivitäten in den Gemeinschaften bekanntzumachen und zu planen.

2. Baseline Studie erstellen: Es wird eine Grundlagenstudie durchgeführt, um ökonomische und demographische Haushaltsdaten zu sammeln. Außerdem wird eine Studie durchgeführt, um die Bedürfnisse der Frauen im ländlichen und städtischen Bereich besser zu verstehen.

3. Die Organisation der Begünstigten-Gruppen: Begünstigte werden in 28 SILC Gruppen (Saving and Internal Lending Cooperations) organisiert. In jeder Gruppe werden von den Mitgliedern, unter technischer Mithilfe der Projektmitarbeiter, die Komiteemitglieder gewählt. Die SILC Gruppen dienen auch als Basis für alle weiteren Aktivitäten, die zur Stärkung der Lebensgrundlagen und Einkommensverbesserung von 700 Frauen durchgeführt werden:

Nachhaltigkeit

Das Projekt baut auf die Selbstorganisation der Frauen in SILC Gruppen auf. Die Frauen werden in verschiedensten Bereichen ausgebildet, um ihre Position zu stärken und ihre Selbstständigkeit zu fördern. Die Vorgängerprojekte haben gezeigt, dass die Stärkung der Frauen zur Stärkung der Gemeinschaften führt. Die SILC Gruppen führen ihre Aktivitäten auch nach Projektende weiter und ermöglichen den Frauen daher den Zugang zu kleinen Sparguthaben oder Kleinkrediten.  

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