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Leider nicht gesprochen, nur gedruckt

Ein Beitrag aus der nicht gehaltenen Brennnessel

                                                              Brennnessel

 

Auch die Bürgermusik Rankweil und das Brennnessel-Team müssen heuer ihre traditionelle

Veranstaltung am Funkensamstag absagen. Schade, gerne hätten wir bei der 52.Brennnessel über lustige Ereignisse aus der Gemeinde berichtet. Auch in dieser schwierigen Zeit in welcher sich das Leben Großteils hinter verschlossenen Türen abspielt, bleibt uns vieles nicht verborgen. Wer jetzt aber denkt, dass wir hier im Pfarrblatt unsere Schadenfreude zum Ausdruck bringen, den müssen wir enttäuschen. Auch wenn wir unsere lustigen Beiträge zum einen oder anderen Missgeschick jedes Jahr mit euch teilen dürfen, gehören diese schon gar nicht in ein Pfarrblatt. Aber unser Herr Pfarrer persönlich ist mit der Bitte an uns herangetreten, wir könnten doch jetzt in der Faschingszeit einen lustigen Beitrag ins Pfarrblatt bringen.

Also lieber Herr Pfarrer, wie hätten sie es denn gerne? Bevorzugen sie einen gewissen Ortsbereich, sollte die Person namentlich erwähnt werden, sollte das Ereignis im Nahbereich zur Kirche stehen und sollen wir das Ausmaß der Schadenfreude vielleicht gewichten?

Lieber Herr Pfarrer, ist ihnen schon klar, dass die Abstandsregeln besagen, dass man niemanden zu nahetreten darf. Schon alleine die hohe Auflage des Pfarrblattes und die Datenschutzverordnung lassen keine öffentliche Darstellung zu. Wollen sie aus ihrem seriösen Kirchenblatt etwas ein Faschingsblättle machen?

Bei der 50.Brennnessel berichteten wir über ein beeindruckendes Zitat aus einer ihrer Predigten. Da hieß es "Wenn ich am Morgen aufstehe und in den Spiegel schaue, dann denke ich mir: Gott sei Dank zählen die inneren Werte".

Schön zu wissen, wenn sie uns an ihren inneren Werten teilhaben lassen, aber wie würden sie sich fühlen, wenn wir das im Pfarrblatt erwähnen?

Und wenn wir der Pfarrgemeinde berichten würden, dass sie als Gast in einem Lokal mit dem Oberkellner verwechselt wurden und dann auch noch Bestellungen entgegengenommen haben, wäre das wohl übermaßend unpassend.

Aber gerne stehen wir ihnen mit einigen innovativen Vorschlägen zur Seite. So viel kann unser Brennnessel-Team schon für sie tun.

Wir sind stolz auf ihre digitale Ausrichtung, auch in Zeiten der Pandemie die Kirche für alle zugänglich zu machen. Die heilige Messe und der Präsenz unserer Basilika in die digitale Welt hinaus zu tragen. Orte der Stille und Besinnung in der schwierigen Zeit so weit wie möglich den Zutritt zu gewähren. Aber Herr Pfarrer ehrlich, hier ist noch Luft nach oben.

Das Brennnessel-Team schlägt die Einrichtung eines „Drive In“ vor den Kirchen vor. Vor der Josefs-Kirche sicher keine hohe Herausforderung und mit kurzzeitiger Aufhebung des Fahrverbotes zur Basilika, sollten Segnungen mit entsprechendem Abstand der Kolone kein Problem sein. Einer Weihwasser-Segnung zu Ostern durch die geöffnete Fensterscheibe, oder des Palmenbusches auf dem Dachträger, steht so wenig entgegen wie heuer die Ratschen-Klänge über Skype in alle Haushalte zu übertragen.

Und da YouTube zu ihrer neuen Medienlandschaft zählt, wie wäre es, wenn sie uns als Pfarr-Influencer an ihrem bescheidenen Leben etwas teilhaben lassen? Wer würde sich nichts mehr wünschen als sie mit Frühlingserwachen bei der Arbeit in Pfarrers Garten zu begleiten. Oder dass sie uns bei ihrem nächtlichen Rundgang um den Berg über die geschlossenen Gaststätten berichten. Wir alle sind sehr stolz auf unsere digitalisierte Geistlichkeit und warten schon gespannt auf lustige Beiträge, vor allem von ihnen, Herr Pfarrer.

Wir wünschen der Rankweiler Bevölkerung noch eine schöne Faschingszeit und ein Wiedersehen bei der nächsten Brennnessel.

 

Der Brennessel Ma

 

 

 

 

 

 

 

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